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Kennt der grüne Umweltsenator ein anderes Süderelbe?

SPD Fraktion Harburg zeigt sich verwundert über die Stellungnahme der Umweltbehörde zur Schwimmbadsituation in Süderelbe.

An sich war die Idee großartig: in Süderelbe sind die Schwimmbäder nicht zeitgemäß. Sie entsprechen bei Weitem nicht dem heutigen Standard. In Neu Wulmstorf sind hohe Investitionen in Frei- und Hallenbad erforderlich. Warum nicht einfach gemeinsam über einen kompletten Neubau nachdenken. So lautete zumindest die Idee der SPD Fraktionen im Bezirk Harburg und in der Gemeinde Neu Wulmstorf. Mal über Landesgrenzen hinweg zeigen, dass die Metropolregion funktioniert.

 

Doch die Hamburgische Umweltbehörde will dies Augenscheinlich nicht. Sie sieht dafür keine Notwendigkeit und findet, das Regional-Hallenbad Süderelbe stelle eine bedarfsgerechte Versorgung des Einzugsgebiets sicher. Die Behörde führt Auslastungszahlen an, die den Betreiber durchaus erfreuen können und mit 66 % habe es für öffentliche Bäder einen vergleichsweise guten Kostendeckungsgrad.

„Alleine das zeigt doch, wie hoch der Bedarf schon jetzt vor Ort ist“, zeigt sich der Harburger SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Heimath verwundert. „Wenn es jetzt schlechte Nutzerzahlen wären und der Deckungsgrad entsprechend niedrig, dann könnte man verstehen, dass ein zusätzlicher Bedarf nicht gegeben ist. Aber diese Zahlen zeigen doch gerade den Bedarf. Und der wird bei erwarteten 12.000 bis 14.000 Neubürgern in Neugraben-Fischbek noch größer werden. Nimmt man dann noch bei einer gemeinsamen Nutzung die Bewohner des Umlands hinzu kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass eine gemeinsame Anlage ebenfalls einen hohen Deckungsgrad erlangen, allerdings ob ihrer Größe sogar noch zu Effizienzsteigerungen führen wird. Wir werden die Angelegenheit auf jeden Fall nicht zu den Akten legen und hoffen, dass hier auch unsere GRÜNE Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg ihrem Parteifreund in der Umweltbehörde mal aufzeigt, welcher Bedarf besteht und künftig bestehen wird. Schließlich ist unser Antrag einstimmig, also ohne Gegenstimme, in der Bezirksversammlung beschlossen worden.“


Hintergrund:
In Süderelbe gibt es für Schul- und Sportschwimmen lediglich die Schwimmhalle in Neugraben. Diese ist derart ausgelastet, dass trotz vorhandener Nachfrage für Vereinsangebote keine zusätzlichen Wasserzeiten mehr vergeben werden können. Das Bad hat 42 Betriebsjahre auf dem Buckel und ist in der Zeit zwar modernisiert, jedoch nicht dem sich verändernden Bedarf angepasst worden. Das Freibad Neugraben ist als Kleinstbad konzipiert und wird durch Fördermittel des Bezirks jährlich mit rund 100.000 € unterstützt. Sportschwimmen ist hier nicht möglich. Frei- und Hallenbad in Neu Wulmstorf sind ebenfalls nicht zeitgemäß und mit einem Alter von knapp bzw. gut 50 Jahren inzwischen stark renovierungsbedürftig. Die dafür kalkulierten Kosten belaufen sich auf 6 Millionen Euro. Und auch dann sind sie nicht den modernen Anforderungen angepasst. Zudem ist der Kostendeckungsgrad der beiden dortigen Bäder – auch wegen der schlechten Energiebilanz – stark unterdurchschnittlich. Jetzt hat sich allerdings ein Zeitfenster geöffnet, in dem beide Regionen gemeinsam an die Planungen gehen können. Nicht zuletzt mit der Verwertung des Grundstückes der Schwimmhalle Neugraben steht hier eine Basisfinanzierung, die in Kombination mit den zur Sanierung der Neu Wulmstorfer Bäder erforderlichen Mitteln, sowie weiteren Landes- und Bundesmitteln sowohl eine Finanzierung erlauben, als auch Neugraben und Neu Wulmstorf durch neue Bauplanungen auf den bisherigen Grundstücken eine positive Stadtentwicklung eröffnen. Sowohl im Gemeinderat Neu Wulmstorf als auch in der Bezirksversammlung Harburg sind die darauf zielenden Anträge einstimmig beschlossen worden.


Jürgen Heimath
Fraktionsvorsitzender

24.07.2017