Bäderkollaps in Harburg? Jetzt auch Einschränkungen in der Schwimmbad Süderelbe

Bäderkollaps in Harburg? Jetzt auch Einschränkungen in der Schwimmbad Süderelbe

Das Schwimmbad MidsommerLand ist aufgrund von Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen seit 2023 geschlossen. Die vollständige Wiedereröffnung war ursprünglich Ende 2027 erwartet worden. Inzwischen heißt es, dass die komplette Wiedereröffnung nicht vor dem dritten Quartal 2028 erfolgen wird.
Nun ist auch in der Neugrabener Schwimmhalle das Kinderbecken stillgelegt. Gerade für die Wassergewöhnung der Kleinsten und die Erstausbildung (Seepferdchen) aber auch für Spiel und Spaß im Wasser hat diese Becken große Bedeutung.
Die Schwimmsituation im Bezirk Harburg verschlechtert sich zusehends und auch der Zustand der Schwimmhalle Süderelbe trägt altersbedingt dazu bei.
Gerade in einem Stadtteil wie Neugraben-Fischbek mit stark wachsender Bevölkerung wird das mit großer Sorge betrachtet.
Die Notwendigkeit zu einer Verbesserung ist augenfällig und wurde auch nicht zuletzt in der Bürgerschaftsdrucksache Drucksache 23/4021 „Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ gezielt für Hamburg nutzen – Schwimmausbildung und soziale Infrastruktur stärken“ vom 5. Mai 2026 durch SPD und Grüne bekräftigt. So heißt es dort unter anderem: „SPD und GRÜNE wollen das Schwimmangebot für alle Hamburger:innen verbessern und die ganzjährig nutzbaren Wasserflächen weiter ausbauen, insbesondere durch den Neubau von Schwimmbädern im südlichen Hamm, in Oberbillwerder und Süderelbe (Fischbeker Reethen)“. Die aktuelle Lage zeigt, wie notwendig nun auch die Umsetzung ist.
„Leider nehmen wir seitens Bäderland eine gewisse Halbherzigkeit wahr, was das gemeinsame Kombibad in Süderelbe betrifft“, findet die Fraktionsvorsitzende Natalia Sahling.
Im Juni 2025 hieß es noch, es haben verschiedene Sondierungsgespräche zwischen dem Bezirksamt Harburg, der Gemeinde Neu Wulmstorf und dem Senat, vertreten durch die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, sowie Bäderland stattgefunden. Das Vorhaben „Kombibad“ in der Region Süderelbe befinde sich aktuell noch in einer Vorplanungs- und Prüfphase.
Ein Jahr später, im Mai 2026 vermeldete Bäderland Hamburg (BLH), dass die Gemeinde Neu Wulmstorf mittelfristig keinen Ersatzbedarf für ihr Schwimmbad habe, da das Bad kürzlich generalsaniert worden sei. Der Bezirk Harburg habe seinen Wunsch für ein Neubauprojekt bekräftigt. ‚Bäderland und die zuständige Fachbehörde zeigen sich offen für eine gemeinsame konkrete Bedarfsprüfung.‘
„Der Einschätzung Bäderlands hat der Neu Wulmstorfer Bürgermeister Tobias Handtke umgehend widersprochen und das hohe Interesse der Gemeinde an dem Gemeinschaftsprojekt öffentlich bekräftigt“, so Sahling. „Wenn sich Bäderland da offen für eine Prüfung zeigt, dann wäre es vielleicht auch hilfreich gewesen, mal in Neu Wulmstorf nachzufragen, statt vorschnell eine Erklärung für unsere Nachbarn anzugeben.“

Ganz nebenbei gratulieren die Genoss:innen dem Freibad Neugraben zum 75. Geburtstag. Im Jahr 1951 erbaut, ist es bis heute noch nicht in Rente und verzeichnete im Jahr 2025 immerhin noch 3.400 Besuche. Das Schwimmbad Neugraben mag mit Baujahr 1975 noch ein paar Jahre mehr bis zur Rente haben, doch nach über 50 Jahren blättert hier auch mehr und mehr der Lack. „Wir können nicht damit warten, bis die Schwimmhalle Neugraben ein Fass ohne Boden wird. Fakt ist, dass wir das Kombibad vorher brauchen“, stellt der sportpolitische Sprecher Holger Böhm klar.

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