Fataler Rückschritt für die Sportpolitik in Harburg

Fataler Rückschritt für die Sportpolitik in Harburg

„Eigentlich sollte man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen“, so Holger Böhm sportpolitischer Fachsprecher der SPD-Bezirksfraktion in Harburg. Anlass für den Unmut ist ein Antrag der CDU zur geplanten Schulsporthalle in den Fischbeker Reethen. Das Ziel des Antrages, stellt Böhm nicht in Frage, aber den Zeitpunkt, an dem dieser beschlossen wurde.
Die CDU fordert, dass die Sportvereine in Süderelbe an den Planungen der Sporthalle in den Fischbeker Reethen beteiligt werden sollen. Dieses findet auch die SPD. Es sind deshalb entsprechende Gespräche zwischen den Fachbehörden und den Sportvereinen in Kürze angesetzt. Leider will die CDU das Ergebnis nicht abwarten und hat mit Hilfe der AfD Fraktionen ihren Antrag durchgedruckt, statt wie von der SPD gefordert, diesen ohne Annahme zur Diskussion in den Sportausschuss zu überweisen.
„Dieses ist für die Sportpolitik in Harburg ein fataler Rückschritt in die Zeiten, als der „Goldene Plan“ zur Planung von Sportinfrastruktur zur Anwendung kam“, Böhm weiter. Das sich ausschließlich an Kennzahlen orientierende Instrument bei der Planung von Sportinfrastruktur, hat sich besonders in der Ära von Bürgermeister Ole von Beust, als fehlerhaft erwiesen. Als Folge wurden Sportstätten an den tatsächlichen Bedarfen vorbeigeplant. Darauf war der sportpolitische Sprecher der CDU in seinem Vortrag auch noch stolz.
Um diese Fehler nicht ein zweites Mal zu machen, hat das Bezirksamt Harburg unter Beteiligung des Hamburger Sportbunds 2020 eine über die Bezirksgrenzen beachtete „Sportinfrastrukturanalyse“ erstellt. Diese ermittelte die nötige Sportinfrastruktur an den tatsächlichen Bedarfen der Sporttreibenden und nicht auf nackten Kennzahlen. Wichtige Planungsgrößen waren dabei nicht nur der Zuwachs von Bevölkerung, sondern auch wichtige Kenngrößen wie z.B. die Altersstruktur.
„Wir sind immer noch der Meinung, dass die Gespräche zwischen den Fachbehörden und den Sportvereinen abgewartet werden sollten“, so Böhm. Alles andere wäre ein Rückschritt in die Sportpolitik der Vergangenheit.
Das der CDU beim Thema Sportpolitik die Ernsthaftigkeit fehlt, war aus dem Stil wie der Antrag durch Lars Frommann präsentiert wurde, rauszuhören. Sportpolitik ist kein Märchen, sondern eine ernsthafte Sache so Böhm verärgert. Und besonders die Sportpolitik in der Ära von CDU-Bürgermeister Ole von Beust war nicht dazu geeignet, sie als eine wunderbare Geschichte der Sportpolitik zu präsentieren. Unter den Fehlplanungen aus dieser Zeit leiden die Sporttreibenden in Harburg teilweise noch heute, moniert Böhm abschließend.

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