Bauarbeiten Ehestorfer Heuweg wie geht es weiter?

Anfrage SPD betr. Bauarbeiten Ehestorfer Heuweg wie geht es weiter?

Mitte September 2019 traten bei den Bauarbeiten im Ehestorfer Heuweg Bodenabsenkungen von bis zu 5 Metern auf. Sie sind höchstwahrscheinlich auf Hohlräume des ehemaligen Bergwerkes Robertshall zurück zu führen, die offensichtlich nicht ausreichend verfüllt wurden. Diese Vorkommnisse verzögern die Bauarbeiten weiter und verlängern für die Anlieger und Nutzer des Ehestorfer Heuwegs zeitlich die Umwege und Erschwernisse. Deshalb stellen sich an den zuständigen Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) Fragen, die auch nach dem Vortrag im Ausschuss für Mobilität und Inneres am 14.11.2019 noch offen geblieben sind.

Mit der Anfrage Drs. 20-3404, vom 29.01.2018 wurde auf das Kohlevorkommen im Ehestorfer Heuweg hingewiesen. Es wurde nach Tunnelanlagen gefragt und ob Untersuchungen vorgenommen worden sind, die sich in der Fahrbahntrasse befinden. Die zuständige Fachbehörde hat mitgeteilt, „dass die ehemaligen Schachtanlagen außerhalb der Straßenbaumaßnahme liegen. Recherchen haben ergeben, dass der Stollen, der den Ehestorfer Heuweg quert, mit Sand verfüllt wurde. Die Bohruntersuchungen ergaben ein festes Gefüge unter der Straße und zeigten keinerlei Versackungen auf. Trotzdem wird baubegleitend ein Bodengutachten für die entsprechen-den Stellen hinzugezogen, um jegliche Risiken zu vermeiden. Der Umbau erfolgt lediglich im Bereich der Straßenfläche.“

Es drängt sich trotzdem der Verdacht auf, dass aktuell im Vorfeld keine Bodenbohrungen und Untersuchungen im Bereich der Bergwerkstollen erfolgt sind. Sonst müsste es doch aufgefallen sein, dass die Verfüllung mit weißem Sand erfolgte. Wenn ein Experte mit hinzugezogen worden wäre, hätte dieser auf die Gefahren einer Nachsackung hingewiesen. Um welche Tunnelanlagen es sich handelt, wurde in der Anfrage zu einem Link beantwortet. Aus dem hervor geht, dass jedoch 3 Stollen auf Hamburger Gebiet den Ehestorfer Heuweg queren. Auf dem niedersächsischen Teil sind es 7 weitere Stollen, die in den Straßenraum reichen. Außerdem fanden unter Begleitung der Bodendenkmalpflege zuletzt im Jahr 2000 Bohrungen im Gelände statt. Es ist nicht zu verstehen, dass die zuständige Behörde mitteilte, dass die Schachtanlagen außerhalb der Straßenbaumaßnahmen liegen, wo doch der Plan etwas ganz anderes zeigt!

Dass dem LSBG die besonderen Umstände des Bodens bekannt waren, zeigt dass baubegleitend ein Bodengutachten erstellt worden ist. Hier stellt sich die Frage, ob die Hohlräume entdeckt wurden und wie ggf. darauf reagiert worden ist.

Vor diesem Hintergrund möchten wir die folgenden Fragen beantwortet haben:

Zum Komplex Bodenuntersuchung

A1: Welche Experten wurden hinzugezogen, um die Verfüllung der Tunnelanlagen zu begutachten?

A2: Hat man sich nur auf die alten Aussagen aus dem Jahr 2000 verlassen? Wenn

ja, warum wurde nur auf die alten Aussagen über die Bohrungen aus dem Jahr 2000 zurück gegriffen?

A3: Laut eines alten Lageplans sind 3 Stollen auf der Hamburger Seite, die unter der Straße entlangführen. Wann sind die Bohrungen von der LSBG vorgenommen worden? Wo sind die Bohrungen vorgenommen worden? Welche Schächte sind unter-sucht worden? Wie tief sind diese Schächte? Wie sind die anderen Schächte verfüllt?

A4: Was hat das baubegleitende Bodengutachten ergeben, bitte der Bezirksversammlung vorlegen. Wenn kein aktuelles Gutachten besteht, warum wurde keins gemacht?

A5: Hat sich der LSBG mit den zuständigen Behörden für den niedersächsischen Teil des ehemaligen Bergwerks über den Bodenzustand ausgetauscht? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, welche Erkenntnisse wurden daraus gewonnen?