Kleinbusse für Harburg

Kleinbusse für Harburg

Bereits im Antrag 21-0574 (SPD, GRÜNE) zur Erforderlichkeit eines Quartiersbus Marmstorf – Langenbek wurde beschrieben, dass es in Harburg Wohnquartiere gibt, deren Bewohner:innen weite Wege zur nächstgelegenen Bushaltestelle zurücklegen müssen. Beispielhaft war seinerzeit das Quartier am Lürader Weg in Marmstorf aufgeführt worden.

Die Antwort zu diesem Antrag hat angedeutet, dass grundsätzlich dort ein Bedarf gesehen wird, aber gegenwärtig keine Planungen bestehen, diese Quartiere besser an den öffentlichen Personennahverkehr anzubinden.

Über die im damaligen Antrag genannten Gebiete hinaus gibt es weitere Gebiete in Harburg, z. B. in Eißendorf (Große Straße), Wilstorf (Reeseberg) oder Neugraben-Fischbek (Waldfrieden, Ringheide, Schuckentrift, Scharlbarg) sowie Alten- und Seniorenheime (z.B. Am Frankenberg, Gumbrechtstraße, Eichenhöhe), deren Bewohner:innen relativ weite Fußwege zur nächsten Bushaltestelle haben.
Da die vorhandenen Straßen dort oft nicht so breit sind bzw. auch von Pkw zugeparkt sind, wäre dort der Einsatz von normalen Bussen der Hamburger Hochbahn AG (HHA) nur schlecht möglich. Auch wird die Nachfrage als nicht so groß eingeschätzt.

Vor dem Hintergrund sollte der Einsatz von Niederflur-Kleinbussen (mit etwa 15 Sitzplätzen und etwa 4,5 m² Mehrzweckfläche) auch im Bezirk Harburg vorgesehen werden. In den Bezirken Hamburg-Mitte, Altona und Bergedorf werden bereits Kleinbusse (als Quartiersbusse) beispielsweise auf den HVV-Linien 530 (U Lübecker– Rothenburgsort – Moorfleet – S Mittlerer Landweg), 388 (S Rissen –Rissen Nord – Falkenstein – S Blankenese) oder 488 (S Blankenese – Strandweg –Waseberg – S Blankenese) eingesetzt. Mit einem Sprung über die Elbe des ergänzendes Kleinbusangebots wird das ÖPNV-Angebot im Bezirk Harburg noch attraktiver. Der Einsatz von Kleinbussen muss dabei nicht nur auf die oben genannten Gebiete beschränkt bleiben. So könnten die Kleinbusse beispielsweise in den Abend oder Nachtstunden auch auf Linien mit entsprechend schwächerer Nachfrage eingesetzt werden. Damit ließen sich Ressourcen und Schadstoffe einsparen.

Dazu sagt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bezirksfraktion Frank Wiesner: “Der Einsatz von Kleinbussen ist aus unserer Sicht geeignet, Angebote im öffentlichen Personennahverkehr auch dort zur Verfügung zu stellen, wo sich der Einsatz normaler Busse nicht lohnt. Deshalb muss der Fuhrpark der Hamburger Hochbahn differenzierter aufgestellt werden. Dann wird es nicht nur möglich, kleinere Wohngebiete mit entsprechend geringerer Nachfrage anzubinden, sondern auch Querverbindungen in Harburg zu schaffen, bei denen der Einsatz von großen Bussen schlicht unwirtschaftlich ist.”