Dass die Mobilfunkabdeckung im Fischbeker Heidbrook und in der Siedlung Sandbek katastrophal ist, bestreitet inzwischen niemand. Sendemasten sind abgebaut worden, da die Standortmietverträge nicht verlängert wurden. Doch Ersatzstandorte für die Sendeanlagen zu finden, scheint nicht einfach. Und bis diese dann auch aufgestellt und in Betrieb genommen werden, vergeht Zeit – manchmal sehr viel Zeit. Leidtragende sind die Menschen vor Ort, die sich zum Telefonieren auf Netzsuche begeben müssen. In Gebäuden besteht kaum eine Chance auf Empfang und außerhalb ist es auch nicht einfach. Eine unerträgliche Situation.
Jetzt macht die SPD konkrete Lösungsvorschläge, wie das Problem gelöst werden kann:
„Wir haben mögliche Standorte in öffentlicher Hand ausgemacht und sind sowohl mit den zuständigen Stellen als auch Mobilfunkunternehmen ins Gespräch gegangen. Allen ist ja irgendwie klar, dass es besser werden muss, doch es gibt immer wieder vermeintlich gute Gründe, warum es nicht so einfach ist. Und dann hört man entweder auf, darüber nachzudenken, wie man es dennoch schaffen könnte oder man hakt nach. Genau das haben wir getan und plötzlich tun sich Wege auf“, sagt Beate Pohlmann, Fachsprecherin für die Region Süderelbe in der SPD-Fraktion.
Nach Hinweisen und Beschwerden der Bewohner von Heidbrook und Sandbek hatte Pohlmann im Sommer eine Anfrage zum Stand der Mobilfunkanbindung gestellt und ihre Vermutungen bestätigten sich. Gleich mehrere wichtige Standorte sind in den vergangenen Jahren ersatzlos weggefallen. Der vermutlich wichtigste davon, zwischen Sandbek und Heidbrook gelegen, im November 2024. Ein Ersatzstandort für die ebenfalls entfallene Anlage im Kirchturm der Corneliusgemeinde ist sogar seit 2021 nicht umgesetzt.
„Inzwischen soll seitens Vodafone im Umfeld der Uwe-Seeler-Halle ein Sendemast errichtet werden, welchen dann auch die Telekom mitnutzen wird. Von Arbeiten daran ist allerdings noch nichts zu sehen. Bis das umgesetzt ist, will Vodafone mit einer mobilen Mastanlage die Abdeckung verbessern. Doch da kann sich die Telekom nicht aufschalten und benötigt dafür einen eigenen Standort für einen Mastwagen“, so Pohlmann. Doch der Suche der Telekom war bislang kein Erfolg beschieden.
Diesen Standort scheinen die Genossen jetzt im ehemaligen Bundeswehrdepot an der Cuxhavener Straße 566 gefunden zu haben. Anfang September hatte Pohlmann schon diesen Standort ins Gespräch gebracht. Die Finanzbehörde wies jedoch darauf hin, dass diese Liegenschaft, die derzeit vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) verwaltet wird „zu gegebener Zeit“ an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückfalle und der LIG sich „mittel- und langfristig nicht eigenständig auf diesen Standort festlegen“ könne.
Nun fordern die Genossen, dass sich Landesbetrieb und Bundesanstalt darauf verständigen, dass zunächst eine Übergangslösung gefunden wird, bei der auch die Telekom dort einen Mastwagen aufstellen kann, bis eine gemeinsame langfristige Lösung mit Vodafone an bei der Uwe-Seeler-Halle in Betrieb genommen wird. Auch wird angeregt, dass Hamburg die Liegenschaft ggfs. vollständig in das Landesvermögen übernimmt, um auch dort langfristig planen zu können.
„Das Grundstück liegt in dem Dreieck zwischen Sandbek, Heidbrook und dem Fischbeker Reethen. Damit kann es auch eine wichtige Scharnierfunktion zur Verbindung der drei Gebiete einnehmen“, findet Pohlmann. Das sei eine Chance, die sich Hamburg eigentlich nicht nehmen lassen sollte.
Zusätzlich wollen sich die Genossen über den Planungs- und Genehmigungsstand einer beantragten Sendeanlage im Bereich Cuxhavener Str. 464 und auch regelmäßig zu künftigen Veränderungen bei Sendeanlagen vom Bezirksamt informieren lassen.
„Gute Mobilfunkanbindung ist ein unabdingbarer Standortfaktor für Leben, Wohnen und Arbeiten. Wir wollen dafür sorgen, dass wir hier in allen Quartieren vorne mit dabei sind“, verspricht Pohlmann. „Wir wollen, dass uns im Regionalausschuss Vertreter der Netzbetreiber zur zukünftigen Entwicklung in der Region Süderrelbe berichten. Dazu laden wir auch die Bürgerinnen und Bürger ein.“
