Häusliche Gewalt gegen Männer im Blick behalten

Häusliche Gewalt gegen Männer im Blick behalten

Häusliche Gewalt betrifft Menschen aller Geschlechter. Während Frauen traditionell unterdrückt werden, zeigt sich zunehmend, dass dennoch auch Männer von Partnerschaftsgewalt betroffen sein können. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik sind bis zu einem Viertel der Betroffenen männlich. Diese erleben sowohl psychische als auch physische Gewaltformen, oftmals jedoch ohne passende Unterstützungsstrukturen oder Schutzangebote in Anspruch nehmen zu können.
In Hamburg wurden von der gemeinnützigen Johann Daniel Lawaetz-Stiftung erstmals Schutzwohnungen für Männer und nichtbinäre Personen eingerichtet, da der Bedarf dramatisch gestiegen ist.
„Häusliche Gewalt geht durch alle Schichten und kann jeden treffen“, so Okşan Karakuş von der SPD-Fraktion Harburg. „Die größte Opfergruppe sind Frauen und Kinder, doch auch Männer sind betroffen und müssen Schutzräume finden können.“
Es bestehe auch in Hamburg und insbesondere im Bezirk Harburg ein erheblicher Informationsbedarf, sagt Karakuş. Wie hoch die Zahl männlicher Betroffener hier ist, welche Angebote existieren und wie gut diese angenommen werden, ist kaum bekannt. Eine transparente Bestandsaufnahme ist daher notwendig, um mögliche Versorgungslücken zu erkennen und bedarfsgerechte Maßnahmen ableiten zu können.
„Die Bezirksversammlung Harburg muss sich auch dieser Thematik annehmen, um zur Enttabuisierung von Gewalt gegen Männer beizutragen und die soziale Infrastruktur im Bezirk auch für diese Betroffenengruppe zu stärken“, fordert die SPD-Politikerin. Dazu will sie Vertreter der Lawaetz-Stiftung sowie des Männerberatungssystems Hamburg in den Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Inklusion einladen, um darüber berichten zu lassen.

Follow by Email
Facebook
Twitter
Instagram