Die TUHH braucht den nächsten Entwicklungsschritt

Die TUHH braucht den nächsten Entwicklungsschritt

In 2 Jahren wird die die Technische Universität Hamburg (TUHH) 50 Jahre alt. 1978 hat der Senat unter dem damaligen Ersten Bürgermeister und späteren Harburger Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Klose nicht nur über die Gründung einer Technischen Universität entschieden, sondern sich auch bewusst zu einem Standort dieser TU in Harburg entschlossen, um mit den positiven Effekten einer solchen Einrichtung eine positive städtebauliche Entwicklung des Bezirks Harburg zu fördern. Seitdem ist die TU nicht nur ein wichtiger Bestandteil Harburgs geworden, sondern auch ein integraler Bestandteil der Planungen zur Tech City Harburg, neben der Science City Bahrenfeld, dem Körber Technologie Campus und dem Zentrum für angewandte Luftfahrttechnik eines der vier Technologie- und Innovationsquartiere Hamburgs.
Zudem hat die TUHH im vergangenen Jahr den Exzellenz-Status erhalten und damit eines von 5 Exzellenzclustern in Hamburg, mit dem Cluster Blue Mat im Bereich nachhaltige Werkstoffe, wodurch weitere Forschungsmittel nach Hamburg geholt werden konnten.
Die Technische Universität ist zudem mit aktuell etwa 1.500 Mitarbeitenden auch ein relevanter Arbeitgeber in der Region und stellt mit etwa 60 Ausgründungen von Start-Ups in den vergangenen 10 Jahren auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor dar.
Weil die TUHH mit ihrem guten Ruf und ihrer exzellenten Arbeit nicht nur überregional für die Hamburger Wissenschaftslandschaft zum Aushängeschild geworden ist, sondern auch wegen ihrer Innovationskraft, hat der Senat bereits 2018 eine Wachstumsstrategie für die TUHH beschlossen, mit der in einzelnen Wachstumsschritten die Anzahl der Forschenden und der Studierenden schrittweise erhöht werden sollte.
In einem ersten Wachstumsschritt wurden im Binnenhafen weitere Flächen unter anderem im ersten Abschnitt des Hamburg Innovation Port (HIP ONE) angemietet und die Anzahl der Forschenden und Studierenden erhöht. Dieser Schritt war bereits 2022 abgeschlossen und die zweite Wachstumsphase sollte 2023 beginnen. Dieser Schritt sollte u.a. zu einer Anmietung weiterer Flächen im zweiten Bauabschnitt des Hamburg Innovation Port (HIP TWO) führen, um weitere Kapazitäten für Forschende und Studierende im Hafencampus der TU zu schaffen.
Leider ist seitdem im Hinblick auf den Hafencampus nicht viel geschehen. Weder ist das HIP TWO umgesetzt worden – es sind nicht einmal Bauarbeiten begonnen worden – noch ist ersichtlich, dass weitere Schritte für die zweite Wachstumsphase erfolgt sind. Presseberichten zufolge liegt dies daran, dass sich die zuständige Fachbehörde Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) bislang nicht bereit erklärt hat, für den Abschluss eines Mietvertrages über die von der TUHH benötigten Räumlichkeiten im HIP TWO die notwendigen Zusagen für die zukünftigen Mietzahlungen gegenüber dem Investor zu geben.
Diese benötigt der Investor HC Hagemann jedoch für die Finanzierung des Baus, von dessen 20.000 qm ein größerer Teil für Hörsaal und Räumen für die universitäre Nutzung vorgesehen sind.
Damit wird allerdings nicht nur der Bau des HIP TWO, sondern auch das Wachstum der TUHH entsprechend der vom Senat 2018 beschlossenen Wachstumsstrategie behindert. Aufgrunddessen hat die Bezirksversammlung Harburg auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, den Bezirksamtsleiter bei seinen Bemühungen gegenüber der Wissenschaftsbehörde zu unterstützen, den Prozess wieder in Gang zu bringen und will sich von ReferentInnen der Behörde über den Stand unterrichten lassen.
Der Fachsprecher der SPD-Fraktion für Haushalt, Wirtschaft und Wissenschaft, Klaus Fehling, sagt dazu:”Es ist bedauerlich, dass in der Weiterentwicklung der TU eine Verzögerung eingetreten ist. Die Erweiterung der Technischen Universität ist nicht nur wichtig für den Wissenschaftsstandort Hamburg, sondern auch für den Standort Harburg, da mit einer gestärkten TU deren Bedeutung für die Stadtentwicklung und für die wirtschaftliche Entwicklung in Harburg weiterwachsen kann. Sowohl als Arbeitgeberin als auch als Inkubator für innovative Start-Ups, die sich im Idealfall am Standort entwickeln.”

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