Mehr Sichtbarkeit für das Mahnmal gegen den Faschismus

Mehr Sichtbarkeit für das Mahnmal gegen den Faschismus

Am 10. Oktober 2026 jährt sich die Einweihung des Harburger Mahnmals gegen Faschismus zum 40. Mal. Dieses Jubiläum soll gebührend erinnert und gewürdigt werden – als Anlass, die Entstehungsgeschichte, die Idee und die fortdauernde Bedeutung des Mahnmals für unsere demokratische Kultur ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Viele Harburgerinnen und Harburger sind sich nicht einmal bewusst, dass es in Harburg – direkt am Harburg Ring – ein solches Mahnmal gibt. Im Bereich des Tunnels zwischen dem Harburger Rathausplatz zum Sand ist am Ausgang Sand die Stele, die 1986 noch oberhalb am Harburger Ring herausragte, nur noch durch eine Plexiglasscheibe zu sehen, nachdem sie planmäßig 1993 versenkt worden war.
Das Mahnmal von Esther Shalev‑Gerz und Jochen Gerz gilt als herausragendes Beispiel partizipativer Erinnerungskultur und symbolisiert die Verantwortung aller Bürger:innen, aktiv Haltung gegen Faschismus, Rassismus und Ausgrenzung zu zeigen. Vier Jahrzehnte nach seiner Errichtung bietet das Jubiläum die Chance, den damaligen Impuls – Erinnerung als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe – neu zu beleben und weiterzuentwickeln.
Zugleich ist festzustellen, dass das Mahnmal im heutigen Stadtbild häufig übersehen oder in seiner Bedeutung nicht ausreichend wahrgenommen wird. Daher müssen Sichtbarkeit, Pflege und Vermittlung des Mahnmals verbessert werden – etwa durch neue Beschilderung, künstlerische oder digitale Formate und verstärkte Bildungsarbeit. Ziel ist es, das Jubiläum nicht nur als Gedenktag, sondern als impulsgebenden Moment zur Stärkung demokratischer Werte und Geschichtsbewusstseins im Bezirk Harburg zu gestalten.
Deshalb hatte die SPD-Fraktion in der letzten Sitzung der Bezirksversammlung einen Antrag eingebracht, im Rahmen eines Runden Tisches der kultur- und bildungspolitischen Sprecher mit der Verwaltung Feierlichkeiten aus Anlass des Jubiläums zu planen und zugleich Maßnahmen zu erörtern, die zu einer besseren Wahrnehmbarkeit des Mahnmals führen.
Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Oksan Karakus sagt dazu: ”Die Mahnung vor einer Wiederkehr des Faschismus in Deutschland ist aktueller denn je. Das Mahnmal soll die Erinnerung an vergangenes Unrecht aufrechterhalten und deutlich zu machen, dass es Aufgabe aller in unserer Gesellschaft ist, zu verhindern, dass so etwas wieder geschehen kann. Wir stehen leider wieder davor, dass eine rechtsextreme Partei mit Ausgrenzung, Hass und Hetze davor stehen könnte, politische Macht zu erlangen. Das ist der Augenblick, in dem auch mit dem Harburger Mahnmal deutlich gemacht werden muss, dass alle in der Verantwortung stehen, das nicht wieder geschehen zu lassen.”

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